Begonnen hat alles im Jahr 1993.

Einige Menschen aus Hamburg überlegten, ihren Lebensmittelpunkt von der aufreibenden Großstadt Hamburg aufs Land zu verlagern.
Schon bald wurde aus Überlegungen und Wünschen Realität: das alte Gasthaus in Lensian im Wendland wurde erworben. Zusammen mit FreundInnen aus dem Wendland wurde dann 1995, nach der üblichen, anstrengenden Instandsetzung des ca. 1878 erbauten Hauses, der Kulturverein 'Schwarzer Hahn' e.V. gegründet.
Ziel ist die "Förderung von Kunst und Kultur unter den besonderen Aspekten der politischen, emanzipatorischen Bildung und Erziehung”, dazu betreibt der Verein in den ursprünglichen Räumen des Gasthofs eine Kleinkunstbühne und ein kleines Seminar- und Tagungshaus. Auf der Bühne im Café des Vereins gibt es durchschnittlich zweimal im Monat Programm: von Comedy und Kabarett über Theater und Musik bis zu politischen Informationsveranstaltungen; hierbei werden aktuelle politische Themen mit dem Ziel aufgegriffen, dem 'rechten mainstream’ in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken.  
Daraus ergeben sich als Schwerpunkte die Themen: Antifaschismus, Esoterik, Sekten und Ökofaschismus und schließlich - als Wichtigstes - die besondere deutsche Geschichte.
Als Hauptrichtung des Musikprogramms hat sich die Klezmermusik in ihren verschiedensten Ausprägungen herausgebildet. U.a. hieraus ergab sich die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Kultur und Lebensweise als fester Bestandteil unserer Arbeit. Es wurden Konzerte und Ausstellungen, Seminare und Veranstaltungen durchgeführt.
Das Ziel dieser Veranstaltungen ist, die nach Holocaust und peinlich berührtem Schweigen zur Vernichtung des europäischen Judentums entstandene Fremdheit ein wenig aufzubrechen; dabei versuchen wir, weder der heuchlerischen Betroffenheitskultur noch dem letztendlich ausgrenzenden Philosemitismus das Wort zu reden; vor allem aber wendet sich unsere Arbeit gegen die herrschende deutsch-nationale Geschichtsbewältigung.

 


" Es ist immer noch besser, Emigrant im eigenen Land zu werden,
als in den inhaltslosen Plastikdiskurs der demokratischen Politik einzustimmen.
Die Gedanken sind frei, auch wenn sonst gar nichts mehr frei ist."
Schwarzbuch Kapitalismus, 2002