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Das
Theresienstadt-Konvolut
A. Liste der
'Prominenten'
Alphabethisches Album
mit 92 (von 94) maschinenschriftlichen Biographien und
Portraitfotos, blauer Pappeinband mit Schraubenheftung,
78 x 23 x 5 cm,
2 Exemplare, eines unvollständig
Als nach der Befreiung die Bestände
der Ghettobücherei
für den Transport nach Prag eingepackt wurden, fand Käthe
Starke unter den Büchern aus dem Quartier der Lager-SS »lose
Blätter aus grauem Karton mit Photos und kurzen Lebensläufen
von A-Prominenten. Ich ordnete sie in die mitgelieferten
Einbände.« [Starke
1975, S.167] Es entstanden zwei identische Alben, zufällig
aus mit der Maschine getippten Seiten und Durchschlagkopien
zusammengestellt. Die Fotos waren offensichtlich im Lager
angefertigt worden, gelegentlich fehlen sie.
Die deutschen
Staatsangehörigen
tragen den nur im Reich angeordneten zweiten Vornamen »Sara« oder »Israel«.
Beispiele aus der Prominenten-Kartei:
  
B.
Aquarelle und Zeichnungen
Das Konvolut enthält 64 künstlerische
Arbeiten.
In die Titel der Arbeiten wurden
maschinenschriftliche Zettel, die Käthe
Starke an die Zeichnungen angefügt hat, sowie die Bildunterschriften
aus ihrem Buch eingearbeitet. Die Erinnerungen wurden so
ausgewählt, daß sie vom Abtransport aus Hamburg
bis zur Rückkehr fortlaufend lesbar sind. Die Künstlerbiographien
sind nach Angaben in der Dauerausstellung im Ghettomuseum
Theresienstadt/Terezin, Tschechische Republik, und aus der
erreichbaren Literatur zusammengestellt.
Ein Teil der
Künstler
war in dem von der deutschen Kommandantur eingerichteten
Zeichenbüro der Technischen Abteilung des Ghettos beschäftigt.
Käthe Starke berichtet, daß das Papier für die
heimlich angefertigten Zeichnungen des Lageralltags aus
Rückseiten
von kunsthistorischen Mappenwerken bestand, die in der Ghettozentralbücherei
aufbewahrt wurden. Im Austausch kam »... ab und zu
ein Blatt zurück ... das man zwischen den Büchern
besser verbergen konnte als sonst irgendwo. Als Mappe I leer
war, begann Hugo Friedmann mit Wissen Prof. Utitz' sie mit
den Bildern zu füllen. Aus dieser Sammlung stammen die
beigefügten
Illustrationen.« [Starke 1975, S. 110]. Einige der
Arbeiten tragen daher Widmungen für Friedmann, der zuletzt
als Oberbibliothekar für die Ghettobücherei tätig
war und der auch den Tätigkeitsbericht für die Bibliothek
verfaßt
hatte. Als Friedmann am 26. September 1944
seinen Deportationsbefehl nach Auschwitz bekam, schenkte
er Käthe
Starke »die Bildersammlung, die ich hatte heranwachsen
sehen«. In anderen Verstecken haben Hunderte
von künstlerischen Arbeiten überdauert, von denen
zahlreiche in der Literatur über Theresienstadt als dokumentarische
Abbildungen publiziert sind. Das Konvolut von Käthe
Starke bietet nach den darin vertretenen Künstlern sicher
nicht deren eindrucksvollste Arbeiten aber einen repräsentativen
Querschnitt durch das heute bekannte Material.
[Text aus dem Katalog des Museums
Hamburg Altona, Axel Feuss]
Einige Exponate als Beispiel:
 
C.
Rechenschaftsbericht der Ghettozentralbücherei
8 Blätter maschinenschriftliche Durchschläge,
1 Titel und ein leeres Rückblatt
 
Literatur:
Starke, Käthe
„Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“
Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1975
Feuß, Axel
„Das Theresienstadt-Konvolut“
Altonaer Museum in Hamburg
Dölling und Galitz Verlag , Hamburg/München 2002
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