Erste Präsentation 20.-31. Mai 2004

Die Ausstellung wurde von ca. 850 Personen besucht.
Die Besucherinnen und Besucher zeigten durchgängig ein großes Interesse am Thema. Einige wußten von der Zerstörung Lidices, waren häufig jedoch überrascht, daß auch hier der Arbeitsdienst eingesetzt wurde.
Es bestätigte sich das häufig übliche Bild vom Einsatz des Arbeitsdienstes als
Hilfsdienst in der Landwirtschaft.

Zur Veranschaulichung einige ausgewählte Exponate:
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LIDICE – ein Dorf in Böhmen

Auf einen vagen Verdacht hin wurde das im 'Protektorat Böhmen und Mähren' gelegene Dorf Lidice bezichtigt, aus den Reihen seiner Bewohner stammten die Attentäter, die den amtierenden Reichsprotektor und Chef des Reichssicherheitshauptamtes, SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, bei einem Anschlag am 27. 5. 1942 in Prag tödlich verletzt hatten.
Am Tag der Beisetzung in Berlin befahl Hitler, die männlichen Einwohner von Lidice, zumeist Hütten- und Bergarbeiter im nahen Kladnoer Revier, zu töten, die Frauen ins KZ zu schaffen und die Kinder, sofern sie nicht zur Eindeutschung geeignet seien, einer „anderen Erziehung“ zuzuführen. Der Auftrag wurde von Angehörigen der Gestapo, des Sicherheitsdienstes und der Schutzpolizei unter dem Kommando von SS-Offizieren einer Sonderkommission und des Befehlshabers der Sicherheitspolizei in Prag, Horst Böhme, ausgeführt.
Die Männer, der jüngste 15, der älteste fast 90 Jahre alt, wurden am 10.6.1942 erschossen. Von den verschleppten Frauen kamen 49 im KZ Ravensbrück um. Das Leben der 107 Kinder endete mit Ausnahme derjenigen, die in deutschen Familien leben mußten, im Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno im Reichsgau Wartheland; hier wurden vermutlich 88 Kinder vergast.
Auf Befehl Hitlers wurde das Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Die Häuser wurden gesprengt, abgerissen, sogar die Toten auf dem Friedhof wurden ihrer Ruhe beraubt: die Arbeitsmänner des RAD brachen Gräber und Särge auf, um Schmuck und Goldzähne zu stehlen. Zwei Jahre planierte der Reichsarbeitsdienst (RAD) das Gelände.
Die Sprengung von Lidice hielten die Nationalsozialisten in einem Film fest. Daraufhin kam es in vielen Ländern zu Bekundungen von Protest, von Sieges- und Überlebenswillen. In nord- und südamerikanischen Staaten erhielten Ortschaften, Plätze und Straßen 1942/43 den Namen „Lidice“. Auf Waffen und Bomben der alliierten Armeen fand sich der Name der Ortschaft. In Wales drehte Heinrich Hennings den Film „The Silent Village“, Heinrich Mann schrieb den Roman „Lidice“, Berthold Brecht das „Lidicelied“ für den Film „Hangman also die“ („Auch Henker sterben“, USA 1941; Regie: Fritz Lang).
Das Verbrechen in Lidice war ein Racheakt der Deutschen. Die Heydrich-Attentäter, von England aus mit dem Fallschirm abgesetzt und ohne nachweisbare Beziehung zu Lidice, wurden von der Gestapo in ihrem Versteck in einer Prager Kirche entdeckt. Drei sterben durch ein Feuergefecht die weiteren vier erschiessen sich selbst in aussichtsloser Lage in der Kirche.
Nach der Befreiung errichteten sowjetische Soldaten auf dem Gelände von Lidice einen Gedenkstein, ferner erinnert ein hochaufragendes Kreuz, das einen Dornenkranz trägt, an die Opfer.
Später entstand eine Gedenkstätte. Die tschechoslowakische Regierung beschloß den Aufbau eines „neuen Lidice“. Dessen Grundsteinlegung erfolgte 1947. Im selben Jahr sagten überlebende Frauen und Mädchen in Nürnberg in einem der zwölf vor US-amerikanischen Militärgerichtshöfen geführten Prozesse als Zeugen aus.


heroische Pose eines Arbeitsmannes



Besuch der Witwe Heydrichs


'Arbeiten' auf dem Friedhof


Auf der 'Baustelle'


'Spatenübergabe'