A TICKLE IN THE HEART

BRD 1996

A TICKLE IN THE HEART ist ein Dokumentarfilm, eine musikalische Reise von den Wurzeln der Klezmer-Musik in Osteuropa bis nach Amerika, wo sie ihre zweite Blüte erlebt.

Und der Film erzählt die Geschichte dreier alter Herren, der Epstein Brothers, deren ganzes Leben im Zeichen dieser Musik stand.

Vor mehr als sechzig Jahren begann in New York die Karriere von Max, Willie und Julie Epstein. Auf Festen, vor allem auf Hochzeiten der jüdischen Einwanderer, spielten sie ihre Musik. Manchmal dauerten die Feste tagelang, und die Epsteins wurden zu Königen der Klezmer-Musik.

Mit der Assimilation der Einwanderer an den American way of life geriet die Klezmer-Musik beinahe in Vergessenheit. Die Epstein Brothers zogen sich gemeinsam mit ihrem alten Publikum ins Rentner-Paradies Florida zurück. Hier, in "god's waiting room", wo die Tage mit Gartenarbeit, Autoputzen und endlosen Diskussionen vergehen, überlebte der Klezmer wie auf einer Insel.

Im rüstigen Alter wurden die Epstein Brothers von einer weltweiten Renaissance ihrer Musik überrascht, die ihnen seither volle Konzertsäle in den USA und in Europa beschert. Wurden sie früher mit Tagelöhnern und Vagabunden auf eine Stufe gestellt, feiert man sie nun als seriöse Künstler. Das verwundert niemanden mehr als die Epsteins selbst . . .

Der Film begleitet die Epstein Brothers an den Ort ihrer Herkunft, nach New York, zum ersten Europa-Konzert, in den weißrussischen Geburtsort ihrer Eltern und natürlich in ihre neue Heimat, nach Florida. Konzertaufnahmen, Reisebilder, Interviews und Gespräche ergeben ein vielschichtiges, humorvoll-melancholisches Porträt. Nicht nur der Soundtrack des Films verdient besondere Erwähnung, sondern auch seine thematisch hervorragend passende Schwarzweiß-Fotografie.

"A TICKLE IN THE HEART läßt etwas vom Geheimnis der Klezmer-Musik aufblitzen, vom Wechselspiel zwischen Melancholie und Vitalität, abgrundtiefer Traurigkeit und fröhlichem Temperament. Stefan Schwieterts Film ist Porträt und Hommage zugleich . . . originell, informativ und unterhaltsam." (Berliner Zeitung)

"Es gibt ein Thema, das mich immer wieder fasziniert hat: die Spaltung eines Menschen zwischen seiner Geschichte und seiner äußeren Umgebung . . . Die Epstein Brothers sind äußerlich hundertprozent amerikanisch und leben in der sterilen, gesichts- und geschichtslosen Bungalow-Welt von Südflorida. Doch jedesmal wenn sie anfangen, ihre Musik zu spielen, kommen Spiritualität, Verzauberung und Sehnsucht einer anderen Kultur zum Ausdruck . . .

Die Schwarzweißbilder lassen der Vorstellungskraft der Zuschauer viel größeren Raum. Es ging ja darum, diese entwurzelte, innere, spirituelle Welt, die in der Musik liegt, sichtbar zu machen . . ." (Stefan Schwietert)

"Als die alten Herren nach dem weltweiten Klezmer-Rivival wieder auf der Bühne standen, war es für sie geradezu ein Schock, als sie feststellen mußten, daß das Publikum erstens jung, zweitens zu einem Großteil nichtjüdisch und drittens frenetisch begeistert von ihrer Musik war. 'Wir haben diese Musik ein Leben lang gespielt, wir verstehen gar nicht, was die Leute auf einmal so Besonderes daran finden . . .`" (TIP Berlin)

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